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Windkraft | | von Unser Würmtal
Dr. Andreas Albath und Tammo Körner, Vorstandsmitglieder von Zukunft Gauting
Dr. Andreas Albath und Tammo Körner, Vorstandsmitglieder von Zukunft Gauting

Diskussion zur Windkraft im Gautinger Bosco

Windräder in Königswiesen und Buchendorf weiterhin umstritten

Interviews mit Landrat Stefan Frey, Besuchern und Podiumsteilnehmern

Die Gautinger Bürger hatten am gestrigen Dienstagabend erneut Gelegenheit, sich die Argumente der Befürworter und Gegner der in den Ortsteilen Königswiesen und Buchendorf geplanten Windkraftanlagen anzuhören. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative Zukunft Gauting, deren Vorsitzender Dr. Andreas Albath die Diskussionsteilnehmer vorstellte und den Ablauf des Abends erläuterte.

Nach einem Einführungsstatement von Landrat Stefan Frey zum Stand der Energiewende und zum Genehmigungsverfahren folgten die grundsätzlichen Standpunkte der Bürgerwind Gauting GmbH & Co. KG, vertreten durch Kristina Willkomm und Thomas Tronsberg sowie von Anette Bäuerle und Dr. Hieronymus Fischer auf Seiten der windkraftkritischen Bürgerinitiative Umwelt-Energie-Gauting (BUEG).

Interviews zur Podiumsdiskussion

Tammo Körner, ebenfalls im Vorstand bei Zukunft Gauting, moderierte die teilweise turbulente Veranstaltung. Er stellte Fragen zu sechs Themenkomplexen (siehe Titelbild) zunächst jeweils an Kristina Willkomm, nach deren Antwort sich die Diskussion mit den übrigen Teilnehmern fortsetzte. Schließlich gab es nach jeder Runde, Gelegenheit für das Publikum im mit schätzungsweise etwas über 300 Besuchern vollbesetzten Bosco, das in etwa zu gleichen Teilen mit Befürwortern und Gegnern der Windenergieanlagen besetzt war, Fragen zu stellen.

Unterschiedliche Berechnungen, unterschiedliche Bewertungen

„Qualität“ des Flatterstroms

Im Laufe des Abends wurden die unterschiedlichen Diskussionsstandpunkte der Teilnehmer immer klarer. Die Befürworterin Kristina Willkomm betonte die Wirtschaftlichkeit der Anlagen, die für Gemeinde und Bürger lukrativ seien. Nach Rechnung der BUEG-Vertreter sorgen hingegen nur Subventionen für Gewinne in hiesigen „Schwachwindgebieten“, wobei sie allerdings erst im Nachgang einräumen, dass auch per Atomenergie und Steinkohle erzeugter Strom jahrzehntelang subventioniert wurde.

Grundsätzlich schätzen die Windkraftgegner die „Qualität“ des Flatterstroms aus Erneuerbaren Energien geringer ein als den mit fossilen Energieträgern und Kernspaltung erzeugten. Am Beispiel der Gemeinde Berg haben die BUEG-Vertreter aufgezeigt, dass dort auch mit Windkraft keineswegs Energieautarkie für das ganze Jahr hergestellt wurde. Dabei tun sie aber so, als wäre die Gemeinde eine Insel, die nicht von überregionalen Ausgleichseffekten profitieren könne.

CO2-Abspaltung und Kernfusion als Alternativen?

Als Alternativen zum Windstrom nennen sie die CO2-Abpaltung, die allerdings wiederum sehr energieintensiv und damit sehr teuer ist und die Hoffnung auf die Kernfusion, an der seit Jahrzehnten ohne greifbare Ergebnisse geforscht wird.

Unterschiedliche Ansichten zum Ökosystem Wald

Ähnlich unterschiedlich sind die Berechnungen beim Flächenverbrauch. Willkomm referierte, dass 3000 qm Wald je Windrad dauerhaft baumfrei bleiben, was in Summe lediglich einem Tausendstel der Gautinger Waldfläche entspreche und andernorts wieder aufgeforstet werde. Hinzu kommen die Anfahrtswege und Baustellenflächen, die mit 5000 qm je Anlage zu veranschlagen seien, aber nach dem Bau gleich wieder neu bepflanzt werden. Bäuerle und Fischer rechnen auch hier anders, weil der Eingriff in das Ökosystem Wald über die Standfläche des Windrades hinausgeht.

Unterschiedliche Bewertungen gab es auch zur Qualität des bestehenden Waldes. Diese reichten von „Mischwald im attraktiven Naherholungsgebiet“ bis hin zu „nicht-klimaresistenter Fichtenmonokultur“.

Abschließende Bemerkung von Landrat Frey

Landrat Stefan Frey betonte in seinem Schluss-Statement, dass die Energiewende samt Windkraft vom Gesetzgeber vorgegeben ist. Es sei unvermeidbar, dass sich der Umbau der Energiewirtschaft auch im Landschaftsbild niederschlägt. Ein vollständiger Interessensausgleich sei nicht möglich. Da der Landkreis mit rund 22 Prozent Erneuerbarer Energien für 2023 im Vergleich zum Rest der Republik – deutschlandweit waren es 52 Prozent – hinterherhinkt, gäbe es noch viel zu tun.

Redaktion UnserWürmtal / tc

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Interviews mit Landrat Stefan Frey, Besuchern und Podiumsteilnehmern

Die Gautinger Bürger hatten am gestrigen Dienstagabend erneut Gelegenheit, sich die Argumente der Befürworter und Gegner der in den Ortsteilen Königswiesen und Buchendorf geplanten Windkraftanlagen anzuhören. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative Zukunft Gauting, deren Vorsitzender Dr. Andreas Albath die Diskussionsteilnehmer vorstellte und den Ablauf des Abends erläuterte.

Nach einem Einführungsstatement von Landrat Stefan Frey zum Stand der Energiewende und zum Genehmigungsverfahren folgten die grundsätzlichen Standpunkte der Bürgerwind Gauting GmbH & Co. KG, vertreten durch Kristina Willkomm und Thomas Tronsberg sowie von Anette Bäuerle und Dr. Hieronymus Fischer auf Seiten der windkraftkritischen Bürgerinitiative Umwelt-Energie-Gauting (BUEG).

Interviews zur Podiumsdiskussion

Tammo Körner, ebenfalls im Vorstand bei Zukunft Gauting, moderierte die teilweise turbulente Veranstaltung. Er stellte Fragen zu sechs Themenkomplexen (siehe Titelbild) zunächst jeweils an Kristina Willkomm, nach deren Antwort sich die Diskussion mit den übrigen Teilnehmern fortsetzte. Schließlich gab es nach jeder Runde, Gelegenheit für das Publikum im mit schätzungsweise etwas über 300 Besuchern vollbesetzten Bosco, das in etwa zu gleichen Teilen mit Befürwortern und Gegnern der Windenergieanlagen besetzt war, Fragen zu stellen.

Unterschiedliche Berechnungen, unterschiedliche Bewertungen

„Qualität“ des Flatterstroms

Im Laufe des Abends wurden die unterschiedlichen Diskussionsstandpunkte der Teilnehmer immer klarer. Die Befürworterin Kristina Willkomm betonte die Wirtschaftlichkeit der Anlagen, die für Gemeinde und Bürger lukrativ seien. Nach Rechnung der BUEG-Vertreter sorgen hingegen nur Subventionen für Gewinne in hiesigen „Schwachwindgebieten“, wobei sie allerdings erst im Nachgang einräumen, dass auch per Atomenergie und Steinkohle erzeugter Strom jahrzehntelang subventioniert wurde.

Grundsätzlich schätzen die Windkraftgegner die „Qualität“ des Flatterstroms aus Erneuerbaren Energien geringer ein als den mit fossilen Energieträgern und Kernspaltung erzeugten. Am Beispiel der Gemeinde Berg haben die BUEG-Vertreter aufgezeigt, dass dort auch mit Windkraft keineswegs Energieautarkie für das ganze Jahr hergestellt wurde. Dabei tun sie aber so, als wäre die Gemeinde eine Insel, die nicht von überregionalen Ausgleichseffekten profitieren könne.

CO2-Abspaltung und Kernfusion als Alternativen?

Als Alternativen zum Windstrom nennen sie die CO2-Abpaltung, die allerdings wiederum sehr energieintensiv und damit sehr teuer ist und die Hoffnung auf die Kernfusion, an der seit Jahrzehnten ohne greifbare Ergebnisse geforscht wird.

Unterschiedliche Ansichten zum Ökosystem Wald

Ähnlich unterschiedlich sind die Berechnungen beim Flächenverbrauch. Willkomm referierte, dass 3000 qm Wald je Windrad dauerhaft baumfrei bleiben, was in Summe lediglich einem Tausendstel der Gautinger Waldfläche entspreche und andernorts wieder aufgeforstet werde. Hinzu kommen die Anfahrtswege und Baustellenflächen, die mit 5000 qm je Anlage zu veranschlagen seien, aber nach dem Bau gleich wieder neu bepflanzt werden. Bäuerle und Fischer rechnen auch hier anders, weil der Eingriff in das Ökosystem Wald über die Standfläche des Windrades hinausgeht.

Unterschiedliche Bewertungen gab es auch zur Qualität des bestehenden Waldes. Diese reichten von „Mischwald im attraktiven Naherholungsgebiet“ bis hin zu „nicht-klimaresistenter Fichtenmonokultur“.

Abschließende Bemerkung von Landrat Frey

Landrat Stefan Frey betonte in seinem Schluss-Statement, dass die Energiewende samt Windkraft vom Gesetzgeber vorgegeben ist. Es sei unvermeidbar, dass sich der Umbau der Energiewirtschaft auch im Landschaftsbild niederschlägt. Ein vollständiger Interessensausgleich sei nicht möglich. Da der Landkreis mit rund 22 Prozent Erneuerbarer Energien für 2023 im Vergleich zum Rest der Republik – deutschlandweit waren es 52 Prozent – hinterherhinkt, gäbe es noch viel zu tun.

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