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Gräfelfing / München | | von Malteser Hilfsdienst
Dália Ferreira-Bischof leitet die MMM und wird unterstützt von Julieta Gómez-Reboredo und Jeanne-Marie Sindani
Dália Ferreira-Bischof leitet die MMM und wird unterstützt von Julieta Gómez-Reboredo und Jeanne-Marie Sindani (v.l.n.r.; Foto: Malteser)

Jeder Mensch hat ein Recht auf medizinische Behandlung

Die Folgen der Corona Krise treffen arme Menschen mit ungleich größerer Härte. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist in den letzten Jahren und auch während der Pandemie stark angestiegen. Schätzungen zufolge leben in Deutschland bis zu einer halben Million Menschen ohne gültigen oder sicheren Aufenthaltsstatus.

In der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung & Migrationsberatung (MMM) finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und Menschen ohne Krankenversicherung in München einen Arzt, der die Untersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernimmt. Die MMM kümmert sich und versorgt diese Menschen in den Sprechstunden in den Praxisräumen an der Streitfeldstraße 1 im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Auch während der Corona-Pandemie geht jeder Patient vor dem ersten Arztbesuch in die Sozialberatung und erhält dort eine soziale und sozialrechtliche Beratung.

„Als Malteser ist es uns wichtig, Menschen in Not zu helfen und Ihnen auch in Krisenzeiten eine ärztliche Versorgung und Konsultierung anbieten zu können“, sagt Johannes Bleicher, Malteser Stadt und Kreisgeschäftsführer München und ergänzt: „Wir haben uns deshalb auch entschieden, während des Lockdown unsere Arztpraxen geöffnet zu lassen, weil dieser Personenkreis sonst überhaupt keine ärztliche Versorgung bekommen hätte.“ Mit detaillierten Hygieneplänen und aufwändigen Schutzmaßnahmen und einem extra Wartebereich im Innenhof konnten die Praxis-Räume geöffnet bleiben.

Koordiniert wird die MMM vom vierköpfigen Team um Dália Ferreira Bischof, die seit 2019 die MMM in München leitet. „Im letzten Jahr haben wir allein 35 Schwangerschaften bis zum Zeitpunkt der Geburt medizinisch begleitet“, sagt Dália Ferreira Bischof. „Diese Frauen hätten ohne unser Angebot neun Monate lang keine einzige gynäkologische Untersuchung zum Verlauf ihrer Schwangerschaft bekommen. Das ist heute unvorstellbar“, sagt Dália Ferreira Bischof.

Deutlicher Zuwachs erwartet

Als Folge der Corona-Pandemie rechnen die Malteser für dieses Jahr mit einem deutlichen Zuwachs von Arztbesuchen und Sozialberatungen. „Wir sind in großer Sorge, dass die Corona-Krise von diesem Jahr, die schwierige finanzielle Situation besonders bei den Selbstständigen verschärft und es vielen von Ihnen nicht mehr möglich ist Ihre Beiträge an die Kranken-versicherung zu zahlen,“ befürchtet Dália Ferreira Bischof. „Das wird sich unmittelbar auf unser kostenloses medizinisches Angebot auswirken.“

Wie wichtig für viele Menschen das kostenlose Angebot einer medizinischen Versorgung ist, zeigen die Zahlen, die die MMM für das vergangenen Jahr jetzt veröffentlicht hat: Im Jahr 2020 konnten in München 710 Personen, medizinisch behandelt werden. 326 neue Patienten, und 384 Wiedervorstellungen suchten die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung auf. Die Zahl der Patienten, die mehrmals pro Jahr behandelt werden, ist tendenziell steigend. Die Patienten kamen dabei aus 74 Herkunftsländern, vorwiegend aus Europa mit ca. 70% der Behandlungen. Auffallend ist, dass die Gruppe der deutschen Bürger immer größer wird.

Im Krankheitsspektrum dominierten im Jahr 2020 weiterhin die Schmerzbehandlungen von Zahnbeschwerden mit 49%. Gynäkologische Fälle (ca. 16%) waren die zweithäufigsten Anliegen, mit denen die Patientinnen vorwiegend für Schwangerschaftsuntersuchungen die Praxis aufsuchten. Beschwerden am Muskel-Skelett-System (z.B.: Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden) waren mit 6% die dritte in den Behandlungsfällen. Wie auch in den letzten Jahren, besuchten mehr Männer (55,2%) als Frauen (44,3%) unsere Anlaufstelle. Die Mehrheit der Patienten (55%) war zwischen 18 und 40 Jahren alt. Es wurden im Durchschnitt 13 Patienten pro Woche versorgt.

Insgesamt 35 ehrenamtliche Ärztinnen, Ärzte für Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Zahnmedizin und 10 ehrenamtliche Sprechstundenhilfen und Assistenten kümmern sich in der MMM mit viel Herzblut und Engagement um die Patienten. Außerdem ist oft einer der drei Dolmetscher bei den zahnärztlichen-, allgemeinärztlichen- und gynäkologischen Sprechstunden vor Ort und sorgt für eine vereinfachte Kommunikation bei der Sozialberatung und medizinischen Behandlung.

Um Patienten ohne Krankenversicherung mit besonders kritischen Fällen zu helfen, wurde im vergangenen Jahr eine Kooperation mit der Clearingstelle für Gesundheit Condrobs e.V. beschlossen. Dabei geht es um Überprüfung, Antragstellung und Klärung der Kostenübernahme für schwerwiegende medizinische Behandlungen von Betroffenen.


Quelle: Malteser Hilfsdienst

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Dália Ferreira-Bischof leitet die MMM und wird unterstützt von Julieta Gómez-Reboredo und Jeanne-Marie Sindani
Dália Ferreira-Bischof leitet die MMM und wird unterstützt von Julieta Gómez-Reboredo und Jeanne-Marie Sindani (v.l.n.r.; Foto: Malteser)

Jeder Mensch hat ein Recht auf medizinische Behandlung

Die Folgen der Corona Krise treffen arme Menschen mit ungleich größerer Härte. Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist in den letzten Jahren und auch während der Pandemie stark angestiegen. Schätzungen zufolge leben in Deutschland bis zu einer halben Million Menschen ohne gültigen oder sicheren Aufenthaltsstatus.

In der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung & Migrationsberatung (MMM) finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und Menschen ohne Krankenversicherung in München einen Arzt, der die Untersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernimmt. Die MMM kümmert sich und versorgt diese Menschen in den Sprechstunden in den Praxisräumen an der Streitfeldstraße 1 im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Auch während der Corona-Pandemie geht jeder Patient vor dem ersten Arztbesuch in die Sozialberatung und erhält dort eine soziale und sozialrechtliche Beratung.

„Als Malteser ist es uns wichtig, Menschen in Not zu helfen und Ihnen auch in Krisenzeiten eine ärztliche Versorgung und Konsultierung anbieten zu können“, sagt Johannes Bleicher, Malteser Stadt und Kreisgeschäftsführer München und ergänzt: „Wir haben uns deshalb auch entschieden, während des Lockdown unsere Arztpraxen geöffnet zu lassen, weil dieser Personenkreis sonst überhaupt keine ärztliche Versorgung bekommen hätte.“ Mit detaillierten Hygieneplänen und aufwändigen Schutzmaßnahmen und einem extra Wartebereich im Innenhof konnten die Praxis-Räume geöffnet bleiben.

Koordiniert wird die MMM vom vierköpfigen Team um Dália Ferreira Bischof, die seit 2019 die MMM in München leitet. „Im letzten Jahr haben wir allein 35 Schwangerschaften bis zum Zeitpunkt der Geburt medizinisch begleitet“, sagt Dália Ferreira Bischof. „Diese Frauen hätten ohne unser Angebot neun Monate lang keine einzige gynäkologische Untersuchung zum Verlauf ihrer Schwangerschaft bekommen. Das ist heute unvorstellbar“, sagt Dália Ferreira Bischof.

Deutlicher Zuwachs erwartet

Als Folge der Corona-Pandemie rechnen die Malteser für dieses Jahr mit einem deutlichen Zuwachs von Arztbesuchen und Sozialberatungen. „Wir sind in großer Sorge, dass die Corona-Krise von diesem Jahr, die schwierige finanzielle Situation besonders bei den Selbstständigen verschärft und es vielen von Ihnen nicht mehr möglich ist Ihre Beiträge an die Kranken-versicherung zu zahlen,“ befürchtet Dália Ferreira Bischof. „Das wird sich unmittelbar auf unser kostenloses medizinisches Angebot auswirken.“

Wie wichtig für viele Menschen das kostenlose Angebot einer medizinischen Versorgung ist, zeigen die Zahlen, die die MMM für das vergangenen Jahr jetzt veröffentlicht hat: Im Jahr 2020 konnten in München 710 Personen, medizinisch behandelt werden. 326 neue Patienten, und 384 Wiedervorstellungen suchten die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung auf. Die Zahl der Patienten, die mehrmals pro Jahr behandelt werden, ist tendenziell steigend. Die Patienten kamen dabei aus 74 Herkunftsländern, vorwiegend aus Europa mit ca. 70% der Behandlungen. Auffallend ist, dass die Gruppe der deutschen Bürger immer größer wird.

Im Krankheitsspektrum dominierten im Jahr 2020 weiterhin die Schmerzbehandlungen von Zahnbeschwerden mit 49%. Gynäkologische Fälle (ca. 16%) waren die zweithäufigsten Anliegen, mit denen die Patientinnen vorwiegend für Schwangerschaftsuntersuchungen die Praxis aufsuchten. Beschwerden am Muskel-Skelett-System (z.B.: Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden) waren mit 6% die dritte in den Behandlungsfällen. Wie auch in den letzten Jahren, besuchten mehr Männer (55,2%) als Frauen (44,3%) unsere Anlaufstelle. Die Mehrheit der Patienten (55%) war zwischen 18 und 40 Jahren alt. Es wurden im Durchschnitt 13 Patienten pro Woche versorgt.

Insgesamt 35 ehrenamtliche Ärztinnen, Ärzte für Allgemeinmedizin, Gynäkologie und Zahnmedizin und 10 ehrenamtliche Sprechstundenhilfen und Assistenten kümmern sich in der MMM mit viel Herzblut und Engagement um die Patienten. Außerdem ist oft einer der drei Dolmetscher bei den zahnärztlichen-, allgemeinärztlichen- und gynäkologischen Sprechstunden vor Ort und sorgt für eine vereinfachte Kommunikation bei der Sozialberatung und medizinischen Behandlung.

Um Patienten ohne Krankenversicherung mit besonders kritischen Fällen zu helfen, wurde im vergangenen Jahr eine Kooperation mit der Clearingstelle für Gesundheit Condrobs e.V. beschlossen. Dabei geht es um Überprüfung, Antragstellung und Klärung der Kostenübernahme für schwerwiegende medizinische Behandlungen von Betroffenen.


Quelle: Malteser Hilfsdienst

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