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Soziales | | von Unser Würmtal
Paul Breitner mit dem Malteser-Menüservice unterwegs (Foto: Malteser)
Paul Breitner mit dem Malteser-Menüservice unterwegs (Foto: Malteser)

Mit Mahlzeiten-Patenschaften gegen Altersarmut

Paul Breitner ist seit 2019 Schirmherr des Malteser Projektes Mahlzeiten-Patenschaften im Würmtal unterwegs

Kurz nach elf läutet es bei Herrn Huber (Name geändert) an der Tür, wie jeden Tag. Vor der Tür steht Malteser Menüservice Mitarbeiter Alfred Mattes mit dem Mittagessen. Doch diesmal hat er jemanden mitgebracht. Fußballweltmeister Paul Breitner steht lächelnd in der Tür. „Grüß Gott Herr Huber!“ Der neunzigjährige Rentner ist überrascht und freut sich über den ungewohnten Besuch. Seit über zwei Jahren wird Herr Huber von den Maltesern über eine Mahlzeiten-Patenschaft mit kostenlosem Essen versorgt, denn einen klassischen Mahlzeitendienst könnte er gar nicht bezahlen. Trotz eines Lebens voller Arbeit reicht die Rente nicht.

Breitner unterwegs

„Altersarmut darf uns nicht unberührt lassen!“, sagt Malteser Schirmherr Paul Breitner. Der ehemalige Fußballprofi und Weltmeister engagiert sich seit vielen Jahren für soziale Projekte und ist seit 2019 Schirmherr des Malteser Projektes Mahlzeiten-Patenschaften für bedürftige Seniorinnen und Senioren. Regelmäßig begleitet Paul Breitner den Malteser Menüservice bei der Tour zu bedürftigen Kunden und macht sich selbst ein Bild von der Situation der älteren Generation.

Dabei ist klar geworden, dass Altersarmut kein Großstadt Phänomen ist. Gerade in der vom Fremdenverkehr geprägten Region Garmisch-Partenkirchen und anderen südlichen Landkreisen sind die Lebenshaltungskosten hoch und für viele ältere Bürgerinnen und Bürger kaum zu bestreiten. Zusätzlich belasten die aufgrund von Inflation gestiegenen Kosten für Energie und Heizung den schmalen Geldbeutel.

Immer mehr ältere Menschen leben allein. Doch wer auf kein funktionierendes soziales Umfeld zurückgreifen kann, keine Familienangehörige oder Nachbarn hat, die ihn unterstützen, ist auf Hilfsorganisationen wie die Malteser angewiesen. Neben finanziellen, gibt es noch weitere Aspekte, die das Leben bedürftiger Menschen belasten: Körperliche Einschränkungen nehmen im Alter zu, damit geht Mobilität und damit ein Stück Selbständigkeit verloren. Besonders problematisch ist die Situation im Winter, wenn Gehwege nicht überall geräumt sind und der Bus nicht fährt.

Herr Huber ist mit seinen neunzig Jahren nicht mehr gut zu Fuß und ist froh, dass ihm das Essen jeden Tag bis in seine Wohnung geliefert wird. Diese befindet sich im vierten Stock eines Mehrparteienhauses. Und es gibt keinen Aufzug. „Ich freue mich jeden Tag über das gute Essen und die Hilfe, die ich von den Maltesern erhalte“, sagt er lächelnd. Heute gibt es Putenkeulenbraten mit Salat und Dessert.

Mahlzeiten-Patenschaften seit 2009

Die Idee der Mahlzeiten-Patenschaften wurde 2009 geboren. Die Malteser liefern „Essen auf Rädern“ aus für Menschen, die nicht mehr selbst kochen können. Dabei fiel auf, dass es Menschen gibt, die sich nicht nur diesen Service, sondern überhaupt keine nährstoffreiche Ernährung leisten können. Über die Mahlzeiten-Patenschaften erhalten sie nun warmes Essen, das über Spenden finanziert wird, 2.900 Euro kostet eine Patenschaft im Jahr.

„Gerade die Menschen, die über dem Satz für Grundsicherung liegen und somit keine finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten, sind besonders gefährdet“, berichtet Katrin Dietze. Sie leitet den Menüservice im großen Malteser Bezirk rund um München und ist damit auch zuständig für das Gebiet von Dachau im Norden der Landeshauptstadt bis in den Süden nach Garmisch-Partenkirchen. Rund 290 der im Bezirk täglich ausgegebenen Essen werden über Patenschaften finanziert. Auch in anderen Regionen bieten die Malteser diese Möglichkeit an.

Der Putenkeulenbraten ist gegessen. Salat und Nachtisch sind für einen späteren Verzehr im Kühlschrank geräumt. Am Wohnzimmertisch hat sich inzwischen ein angeregtes Gespräch zwischen Herrn Huber und seinem Gast entwickelt. Die beiden Herren sprechen über vergangene Zeiten, das 3:0 beim EM-Finalspiel in Brüssel 1972, BRD gegen UdSSR (ehemalige Sowjetunion), aber auch darüber wie es Herrn Huber heute geht, wie schwer er mit seiner geringen Rente über die Runden kommt. „Ohne das Essen der Malteser würde es nicht gehen. Schon vor Monatsende ist nichts mehr im Geldbeutel!“, sagt der Rentner.

Um das Thema Altersarmut ging es auch beim gestrigen Podiumsgespräch, bei dem zwei sozial stark engagierte Persönlichkeiten, Malteser Schirmherr Paul Breitner und der mehrfacher Skiweltcupsieger und Ehrenbürger der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen Christian Neureuther, mit Gästen diskutierten. Die Malteser wollen für das Thema Altersarmut im Oberland sensibilisieren, ältere Menschen in Not ermutigen, Unterstützung anzunehmen sowie an die Wohltätigkeit und Solidarität derjenigen appellieren, die es im Leben besser getroffen haben.

Oft würden sich die Menschen dabei selbst gar nicht trauen, um Hilfe zu bitten, dafür sei die eigene Scham viel zu groß. „Uns sprechen Pflegedienste an, Sozialdienste im Krankenhaus, der Pfarrer oder jemand aus der Nachbarschaft.“ Dabei ginge gar bei dem kurzen Besuch gar nicht allein um das Essen. „Wie beim klassischen Menüservice sind wir manchmal der einzige regelmäßige Kontakt, den die Menschen haben, was wiederum für Verwandte, die weit entfernt leben eine große Beruhigung ist, sinniert Katrin Dietze und schweigt für einen Moment, um dann fröhlich hinterherzuschieben: „Umso schöner, dass das dank vieler Spender über die Mahlzeiten-Patenschaften so funktioniert!“

Mahlzeiten-Patenschaft beantragen?

Eine Mahlzeiten-Patenschaft beantragen kann grundsätzlich jeder, der über 75 Jahre alt oder aufgrund von Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt ist und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt: Der Antragsteller bezieht Sozialhilfe oder Grundsicherung, hat einen Berechtigungsschein der Tafel oder eine Sozialcard. Oder aber nach Abzug der Miete bleiben weniger als 600 Euro monatlich zum Leben.

Helfen ist ganz einfach!

Wer eine Mahlzeiten-Patenschaft übernehmen möchte, kann einen beliebigen Betrag unter dem Stichwort „Mahlzeiten-Patenschaft“ spenden. Nach einer strengen Prüfung gewähren die Verantwortlichen der Malteser die Hilfe jeweils für ein Jahr.

Unser Spendenkonto:
PAX Bank eG
IBAN: DE15 3706 0120 1201 2130 17
BIC: GENODED1PA7

Mehr erfahren

Informationen gibt es im Internet unter www.mahlzeitenpatenschaften.de

Quelle: Malteser Hilfsdienst gemeinnützige GmbH

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Paul Breitner mit dem Malteser-Menüservice unterwegs (Foto: Malteser)
Paul Breitner mit dem Malteser-Menüservice unterwegs (Foto: Malteser)

Mit Mahlzeiten-Patenschaften gegen Altersarmut

Paul Breitner ist seit 2019 Schirmherr des Malteser Projektes Mahlzeiten-Patenschaften im Würmtal unterwegs

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Kurz nach elf läutet es bei Herrn Huber (Name geändert) an der Tür, wie jeden Tag. Vor der Tür steht Malteser Menüservice Mitarbeiter Alfred Mattes mit dem Mittagessen. Doch diesmal hat er jemanden mitgebracht. Fußballweltmeister Paul Breitner steht lächelnd in der Tür. „Grüß Gott Herr Huber!“ Der neunzigjährige Rentner ist überrascht und freut sich über den ungewohnten Besuch. Seit über zwei Jahren wird Herr Huber von den Maltesern über eine Mahlzeiten-Patenschaft mit kostenlosem Essen versorgt, denn einen klassischen Mahlzeitendienst könnte er gar nicht bezahlen. Trotz eines Lebens voller Arbeit reicht die Rente nicht.

Breitner unterwegs

„Altersarmut darf uns nicht unberührt lassen!“, sagt Malteser Schirmherr Paul Breitner. Der ehemalige Fußballprofi und Weltmeister engagiert sich seit vielen Jahren für soziale Projekte und ist seit 2019 Schirmherr des Malteser Projektes Mahlzeiten-Patenschaften für bedürftige Seniorinnen und Senioren. Regelmäßig begleitet Paul Breitner den Malteser Menüservice bei der Tour zu bedürftigen Kunden und macht sich selbst ein Bild von der Situation der älteren Generation.

Dabei ist klar geworden, dass Altersarmut kein Großstadt Phänomen ist. Gerade in der vom Fremdenverkehr geprägten Region Garmisch-Partenkirchen und anderen südlichen Landkreisen sind die Lebenshaltungskosten hoch und für viele ältere Bürgerinnen und Bürger kaum zu bestreiten. Zusätzlich belasten die aufgrund von Inflation gestiegenen Kosten für Energie und Heizung den schmalen Geldbeutel.

Immer mehr ältere Menschen leben allein. Doch wer auf kein funktionierendes soziales Umfeld zurückgreifen kann, keine Familienangehörige oder Nachbarn hat, die ihn unterstützen, ist auf Hilfsorganisationen wie die Malteser angewiesen. Neben finanziellen, gibt es noch weitere Aspekte, die das Leben bedürftiger Menschen belasten: Körperliche Einschränkungen nehmen im Alter zu, damit geht Mobilität und damit ein Stück Selbständigkeit verloren. Besonders problematisch ist die Situation im Winter, wenn Gehwege nicht überall geräumt sind und der Bus nicht fährt.

Herr Huber ist mit seinen neunzig Jahren nicht mehr gut zu Fuß und ist froh, dass ihm das Essen jeden Tag bis in seine Wohnung geliefert wird. Diese befindet sich im vierten Stock eines Mehrparteienhauses. Und es gibt keinen Aufzug. „Ich freue mich jeden Tag über das gute Essen und die Hilfe, die ich von den Maltesern erhalte“, sagt er lächelnd. Heute gibt es Putenkeulenbraten mit Salat und Dessert.

Mahlzeiten-Patenschaften seit 2009

Die Idee der Mahlzeiten-Patenschaften wurde 2009 geboren. Die Malteser liefern „Essen auf Rädern“ aus für Menschen, die nicht mehr selbst kochen können. Dabei fiel auf, dass es Menschen gibt, die sich nicht nur diesen Service, sondern überhaupt keine nährstoffreiche Ernährung leisten können. Über die Mahlzeiten-Patenschaften erhalten sie nun warmes Essen, das über Spenden finanziert wird, 2.900 Euro kostet eine Patenschaft im Jahr.

„Gerade die Menschen, die über dem Satz für Grundsicherung liegen und somit keine finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten, sind besonders gefährdet“, berichtet Katrin Dietze. Sie leitet den Menüservice im großen Malteser Bezirk rund um München und ist damit auch zuständig für das Gebiet von Dachau im Norden der Landeshauptstadt bis in den Süden nach Garmisch-Partenkirchen. Rund 290 der im Bezirk täglich ausgegebenen Essen werden über Patenschaften finanziert. Auch in anderen Regionen bieten die Malteser diese Möglichkeit an.

Der Putenkeulenbraten ist gegessen. Salat und Nachtisch sind für einen späteren Verzehr im Kühlschrank geräumt. Am Wohnzimmertisch hat sich inzwischen ein angeregtes Gespräch zwischen Herrn Huber und seinem Gast entwickelt. Die beiden Herren sprechen über vergangene Zeiten, das 3:0 beim EM-Finalspiel in Brüssel 1972, BRD gegen UdSSR (ehemalige Sowjetunion), aber auch darüber wie es Herrn Huber heute geht, wie schwer er mit seiner geringen Rente über die Runden kommt. „Ohne das Essen der Malteser würde es nicht gehen. Schon vor Monatsende ist nichts mehr im Geldbeutel!“, sagt der Rentner.

Um das Thema Altersarmut ging es auch beim gestrigen Podiumsgespräch, bei dem zwei sozial stark engagierte Persönlichkeiten, Malteser Schirmherr Paul Breitner und der mehrfacher Skiweltcupsieger und Ehrenbürger der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen Christian Neureuther, mit Gästen diskutierten. Die Malteser wollen für das Thema Altersarmut im Oberland sensibilisieren, ältere Menschen in Not ermutigen, Unterstützung anzunehmen sowie an die Wohltätigkeit und Solidarität derjenigen appellieren, die es im Leben besser getroffen haben.

Oft würden sich die Menschen dabei selbst gar nicht trauen, um Hilfe zu bitten, dafür sei die eigene Scham viel zu groß. „Uns sprechen Pflegedienste an, Sozialdienste im Krankenhaus, der Pfarrer oder jemand aus der Nachbarschaft.“ Dabei ginge gar bei dem kurzen Besuch gar nicht allein um das Essen. „Wie beim klassischen Menüservice sind wir manchmal der einzige regelmäßige Kontakt, den die Menschen haben, was wiederum für Verwandte, die weit entfernt leben eine große Beruhigung ist, sinniert Katrin Dietze und schweigt für einen Moment, um dann fröhlich hinterherzuschieben: „Umso schöner, dass das dank vieler Spender über die Mahlzeiten-Patenschaften so funktioniert!“

Mahlzeiten-Patenschaft beantragen?

Eine Mahlzeiten-Patenschaft beantragen kann grundsätzlich jeder, der über 75 Jahre alt oder aufgrund von Krankheit oder Behinderung beeinträchtigt ist und eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt: Der Antragsteller bezieht Sozialhilfe oder Grundsicherung, hat einen Berechtigungsschein der Tafel oder eine Sozialcard. Oder aber nach Abzug der Miete bleiben weniger als 600 Euro monatlich zum Leben.

Helfen ist ganz einfach!

Wer eine Mahlzeiten-Patenschaft übernehmen möchte, kann einen beliebigen Betrag unter dem Stichwort „Mahlzeiten-Patenschaft“ spenden. Nach einer strengen Prüfung gewähren die Verantwortlichen der Malteser die Hilfe jeweils für ein Jahr.

Unser Spendenkonto:
PAX Bank eG
IBAN: DE15 3706 0120 1201 2130 17
BIC: GENODED1PA7

Mehr erfahren

Informationen gibt es im Internet unter www.mahlzeitenpatenschaften.de

Quelle: Malteser Hilfsdienst gemeinnützige GmbH

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