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Wirtschaft | | von Unser Würmtal
Beginn des Wohngebietes im Grund - südlich der Fürstenrieder Straße (Foto: Jürgen Haubeil/Unser Würmtal))
Beginn des Wohngebietes im Grund - südlich der Fürstenrieder Straße (Foto: Jürgen Haubeil/Unser Würmtal))

Offenes Visier in Planegg

Im Planegger Wohngebiet "im Grund" schlagen die Wogen wegen der geplanten Recycling-Anlage der Firma Glück hoch

Im Planegger Grund wird sich einiges in der nächsten Zeit tun. Zumindest die Wogen schlagen bereits hoch. Denn neben dem Bauhof der Gemeinde Planegg und der Kompostieranlage könnte in der weiteren Zukunft ein Agri-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV) auf einem rund vier Hektar großen, bestehenden Feld realisiert werden. Außerdem liegt die Genehmigung für das Auskiesen einer Fläche mit etwas mehr als zwei Hektar vor und es läuft die Diskussion zu einer Recycling-Anlage für Baumaterialien.

Der Planegger Gemeinderat beschäftigt sich im Moment intensiv mit den Plänen der Gräfelfinger Firma Glück GmbH. Diese hat auf einen Gemeinderatsbeschluss von 2017 nun die Genehmigung des Landratsamts für eine Auskiesung des Wäldchens Im Grund bekommen. „Es handelt sich um eine Fläche von 2,1 Hektar. Vor Kiesgewinnung wird ein angrenzender Acker mit ebenfalls 2,1 Hektar klimaresistenten Mischwald aufgeforstet. Nach der Kiesgewinnung wird auf dieser Fläche auch mit Mischwald und mit Flachwasserbitopen rekultiviert“, erklärte Geschäftsführer Markus Wahl. Der Zeitpunkt für den Beginn könnte Ende 2023 sein.

Im eigentlichen Auskiesungsgebiet herrsche Eschentriebsterben und dominiere Riesen-Bärenklau – das müsste sowieso gerodet werden. „Wir schaffen etwas Besseres dafür in einem Zeithorizont von 20 bis 25 Jahren,“ fährt Wahl fort. Nun will die Firma Glück ebenfalls in der Nähe, sozusagen in Nachbarschaft zur Kompostieranlage ein Recyclinganlage für Baustoffe schaffen.

Offenes Visier

Für Wahl ist die Sache klar. Die beiden Projekte hängen nicht zusammen. „Insbesondere die Recyclinganlage müsste doch im Sinne von uns allen sein. Baustoffe sind knapp. Wir werten die Baustoffe auf, seien es Beton oder Dachziegel, und schauen, was sich brauchen lässt.“ Dazu legte er dem Gemeinderat eine Präsentation vor. „Wir arbeiten mit offenem Visier!“

Doch die Gemeinderäte reagierten mehrheitlich anders. Denn der Diskussion über die Anlage ging eigentlich der Bescheid des Landratsamts für Auskiesung voraus, den Bürgermeister Hermann Nafziger allerdings als zur Kenntnis genommen ablegte und nicht extra im Gremium mitteilte. Dazu war eigentlich auch keine Notwendigkeit.

„Spooky“

"Im Grund" ist ein ruhiges Wohngebiet (Foto: Jürgen Haubeil / Unser Würmtal)
"Im Grund" ist ein ruhiges Wohngebiet (Foto: Jürgen Haubeil / Unser Würmtal)

„Aber im Gesamten betrachtet hätten wir einer Auskiesung plus der Anlage nicht zugestimmt, wenn wir ausreichend informiert worden wären“, schimpfte Peter von Schall-Riaucour (PP&M). „Es ist einfach spooky, wenn wir dahinten Kompostier- und Recyclinganlage hätten und zusätzlich ausgekiest würde, und wir zum Lärmschutz eine sechs Meter hohe Mauer bekämen. So wie es Markus Wahl im Gemeinderat vorgestellt hat, ist die Anlage mobil und befristet. Laut unserer Verwaltung wäre die Anlage stationär. Da tun sich für mich Widersprüche auf.“

Hätten sämtliche Infos auf dem Tisch gelegen, wäre die Abstimmung anders verlaufen, so von Schall-Riaucour. Nun beantragte er gemeinsam mit Eva Schreyer (GrüneGruppe21) ein erneutes Behandeln im Gemeinderat. Die SPD-Fraktion stellte ebenfalls einen Antrag, um die Sache nochmals auf den Tisch zu bekommen. Laut diesem solle zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden, bevor es zu einer Bewilligung irgendeiner Anlage kommt. „Wir sehen die Angelegenheit äußerst kritisch“, betonte Roman Brugger (SPD). „Ich persönlich komme mir über den Tisch gezogen vor.“

Lärm, Dreck, Verkehrsbelastung für die Anwohner seien eine Sache, „die andere ist die, dass hier durchaus ein Gewerbegebiet drohen könnte. Dem wollen wir Einhalt gebieten.“ Denn schon die Kompostieranlage sei vor vielen Jahren als befristet gestartet. „Dann hat es eine Verlängerung für den Betrieb gegeben und plötzlich ist sie dauerhaft. Das wollen wir mit einer Recyclinganlage keinesfalls erleben.“

Infoveranstaltung

Auch außerhalb des Gemeinderats gibt es kritische Stimmen. Die neu gegründete Bürgerinitiative „Wir sind Grund genug“ aus acht engagierten Anwohnern hat in drei Tagen 150 Unterschriften sammeln können und verweist nun darauf, dass die Glück-Anlagen im regionalen Grünzug gebaut würden.

„Wir sind für Recycling, aber Brecher-Anlagen samt Lieferverkehr gehören in Industrie- und Gewerbegebiete und nicht in den geschützten regionalen Grünzug Starnberger See / Würmtal!“, erklärten Johannes und Veronika Zügner für die Initiative. In einem Gespräch mit Bürgermeister Nafziger forderte die Initiative eine umfassende Information. Diese wird es nun geben.

Für den 28. Juni um 19 Uhr lädt die Gemeinde zu einer Infoveranstaltung ins Kupferhaus ein. „Es sollen alle Informationen auf den Tisch“, erklärte Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Schaudig, auch die Glück-Präsentation solle zu sehen sein. „Damit möchten wir mit allen Gerüchten, die kursieren, aufräumen.“

Redaktion Ulrike Seiffert / Unser Würmtal

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Andrea Stölzl Fotografie - Ihre Vielfalt zu zeigen, ist mir eine Herzensangelegenheit
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Beginn des Wohngebietes im Grund - südlich der Fürstenrieder Straße (Foto: Jürgen Haubeil/Unser Würmtal))
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Offenes Visier in Planegg

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Im Planegger Grund wird sich einiges in der nächsten Zeit tun. Zumindest die Wogen schlagen bereits hoch. Denn neben dem Bauhof der Gemeinde Planegg und der Kompostieranlage könnte in der weiteren Zukunft ein Agri-Photovoltaik-Anlage (Agri-PV) auf einem rund vier Hektar großen, bestehenden Feld realisiert werden. Außerdem liegt die Genehmigung für das Auskiesen einer Fläche mit etwas mehr als zwei Hektar vor und es läuft die Diskussion zu einer Recycling-Anlage für Baumaterialien.

Der Planegger Gemeinderat beschäftigt sich im Moment intensiv mit den Plänen der Gräfelfinger Firma Glück GmbH. Diese hat auf einen Gemeinderatsbeschluss von 2017 nun die Genehmigung des Landratsamts für eine Auskiesung des Wäldchens Im Grund bekommen. „Es handelt sich um eine Fläche von 2,1 Hektar. Vor Kiesgewinnung wird ein angrenzender Acker mit ebenfalls 2,1 Hektar klimaresistenten Mischwald aufgeforstet. Nach der Kiesgewinnung wird auf dieser Fläche auch mit Mischwald und mit Flachwasserbitopen rekultiviert“, erklärte Geschäftsführer Markus Wahl. Der Zeitpunkt für den Beginn könnte Ende 2023 sein.

Im eigentlichen Auskiesungsgebiet herrsche Eschentriebsterben und dominiere Riesen-Bärenklau – das müsste sowieso gerodet werden. „Wir schaffen etwas Besseres dafür in einem Zeithorizont von 20 bis 25 Jahren,“ fährt Wahl fort. Nun will die Firma Glück ebenfalls in der Nähe, sozusagen in Nachbarschaft zur Kompostieranlage ein Recyclinganlage für Baustoffe schaffen.

Offenes Visier

Für Wahl ist die Sache klar. Die beiden Projekte hängen nicht zusammen. „Insbesondere die Recyclinganlage müsste doch im Sinne von uns allen sein. Baustoffe sind knapp. Wir werten die Baustoffe auf, seien es Beton oder Dachziegel, und schauen, was sich brauchen lässt.“ Dazu legte er dem Gemeinderat eine Präsentation vor. „Wir arbeiten mit offenem Visier!“

Doch die Gemeinderäte reagierten mehrheitlich anders. Denn der Diskussion über die Anlage ging eigentlich der Bescheid des Landratsamts für Auskiesung voraus, den Bürgermeister Hermann Nafziger allerdings als zur Kenntnis genommen ablegte und nicht extra im Gremium mitteilte. Dazu war eigentlich auch keine Notwendigkeit.

„Spooky“

"Im Grund" ist ein ruhiges Wohngebiet (Foto: Jürgen Haubeil / Unser Würmtal)
"Im Grund" ist ein ruhiges Wohngebiet (Foto: Jürgen Haubeil / Unser Würmtal)

„Aber im Gesamten betrachtet hätten wir einer Auskiesung plus der Anlage nicht zugestimmt, wenn wir ausreichend informiert worden wären“, schimpfte Peter von Schall-Riaucour (PP&M). „Es ist einfach spooky, wenn wir dahinten Kompostier- und Recyclinganlage hätten und zusätzlich ausgekiest würde, und wir zum Lärmschutz eine sechs Meter hohe Mauer bekämen. So wie es Markus Wahl im Gemeinderat vorgestellt hat, ist die Anlage mobil und befristet. Laut unserer Verwaltung wäre die Anlage stationär. Da tun sich für mich Widersprüche auf.“

Hätten sämtliche Infos auf dem Tisch gelegen, wäre die Abstimmung anders verlaufen, so von Schall-Riaucour. Nun beantragte er gemeinsam mit Eva Schreyer (GrüneGruppe21) ein erneutes Behandeln im Gemeinderat. Die SPD-Fraktion stellte ebenfalls einen Antrag, um die Sache nochmals auf den Tisch zu bekommen. Laut diesem solle zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden, bevor es zu einer Bewilligung irgendeiner Anlage kommt. „Wir sehen die Angelegenheit äußerst kritisch“, betonte Roman Brugger (SPD). „Ich persönlich komme mir über den Tisch gezogen vor.“

Lärm, Dreck, Verkehrsbelastung für die Anwohner seien eine Sache, „die andere ist die, dass hier durchaus ein Gewerbegebiet drohen könnte. Dem wollen wir Einhalt gebieten.“ Denn schon die Kompostieranlage sei vor vielen Jahren als befristet gestartet. „Dann hat es eine Verlängerung für den Betrieb gegeben und plötzlich ist sie dauerhaft. Das wollen wir mit einer Recyclinganlage keinesfalls erleben.“

Infoveranstaltung

Auch außerhalb des Gemeinderats gibt es kritische Stimmen. Die neu gegründete Bürgerinitiative „Wir sind Grund genug“ aus acht engagierten Anwohnern hat in drei Tagen 150 Unterschriften sammeln können und verweist nun darauf, dass die Glück-Anlagen im regionalen Grünzug gebaut würden.

„Wir sind für Recycling, aber Brecher-Anlagen samt Lieferverkehr gehören in Industrie- und Gewerbegebiete und nicht in den geschützten regionalen Grünzug Starnberger See / Würmtal!“, erklärten Johannes und Veronika Zügner für die Initiative. In einem Gespräch mit Bürgermeister Nafziger forderte die Initiative eine umfassende Information. Diese wird es nun geben.

Für den 28. Juni um 19 Uhr lädt die Gemeinde zu einer Infoveranstaltung ins Kupferhaus ein. „Es sollen alle Informationen auf den Tisch“, erklärte Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Schaudig, auch die Glück-Präsentation solle zu sehen sein. „Damit möchten wir mit allen Gerüchten, die kursieren, aufräumen.“

Redaktion Ulrike Seiffert / Unser Würmtal

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