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Planegg | | von Unser Würmtal
Jugendreferentin Kerstin Barth sieht viele Möglichkeiten in Planegg und hätte wahnsinnig gern weitergemacht.
Jugendreferentin Kerstin Barth sieht viele Möglichkeiten in Planegg und hätte wahnsinnig gern weitergemacht. (Foto: Gemeinde Planegg / Jürgen Sauer)

„Tolle Arbeit unter schwierigen Verhältnissen“ – nicht mehr gewünscht

Vor zwei Jahren richtete die Gemeinde Planegg als erste im Landkreis München die Rathaus-Stabsstelle „Jugendreferentin“ ein. Diese sollte den „Jugendaspekt würdigen und die Wertschätzung gegenüber Jugendlichen zum Ausdruck bringen. Die Sicht der Jugend auf die Gemeinde ist uns wichtig“, so der damalige Bürgermeister Heinrich Hofmann. Der neue Rat samt Bürgermeister Hermann Nafziger sieht dies anders und griff zum Rotstift.

In nichtöffentlicher Sitzung beriet der Planegger Gemeinderat über die Fortsetzung der Jugendreferenten-Stelle. Diese war Ende 2019 für vorläufig zwei Jahre geschaffen worden und war als „Scharnier zwischen Jugend, Politik und Gemeinde“ – so stellte der damalige Bürgermeister Heinrich Hofmann die Stelle vor – direkt dem Bürgermeister unterstellt.

Die damals 45-jährige Kerstin Barth brachte alle nötigen Erfahrungen mit und nahm sich ein funktionierendes Netzwerk und Koordination der verschiedenen Stellen vor. Ihr Angebot sollte sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 richten. Zur ersten Pressevorstellung erklärte sie: „Es geht in Gesprächen oft um einen eigenen Platz, um Selbstverwaltung und Verantwortung. Im Prinzip sind wir da bei einem allgemeinen gesellschaftlichen Thema, nämlich: wie wird der öffentliche Raum eigentlich genutzt?“

Corona machte viele Ideen zunichte

Kaum angefangen, kam ihr Corona in die Quere. An ein persönliches Miteinander, Gespräche im kleinen und großen Rahmen oder gar Veranstaltungen von Politik-Speed-Dating bis Jugendkonferenz war nicht mehr zu denken. Das räumte Barth im Februar auch vor dem Gemeinderat ein. „Der Kontakt ist derzeit schlecht, im Sommer ging es leidlich, dann brach der Kontakt wieder ab“, erklärte sie im Februar. „Die Jugendlichen fühlen sich beobachtet und sind skeptisch. Corona macht eben was mit den Leuten.“

Ihr Angebot, neben der Unterstützung im Homeschooling und Co., ließ sich trotzdem sehen: Foto-Challenge „Gute Plätze – schlechte Plätze“, „Last-Minute-Azubibörse“ mit Wirtschaftsförderin Bärbel Zeller, Sommerprogramm mit den Vereinen im Ort oder einer Moonlight-Sportaktion. Die Gemeinderäte fanden lobende Worte. „Die Arbeit von unserer Jugendreferentin verdient wirklich großes Lob“ (Cornelia David/Freie) oder „Eine ganz tolle Arbeit unter schwierigen Verhältnissen“ (Roman Brugger/SPD).

Stellenbeschreibung soll neu definiert werden

Die nichtöffentliche Abstimmung übers Fortbestehen der Stelle sah dann allerdings anders aus, die Räte verlängerten die Stelle nicht. „Das Profil hat einfach nicht gepasst, das hat nichts mit der Person zu tun“, erklärte Pressesprecherin Kiki Xander. „Der Bedarf ist sicherlich da, aber wir müssen die Stellenbeschreibung schärfen. Mehr Planen, mehr Umsetzen, mehr Kontakte knüpfen – das könnten die Richtwerte sein.“

Und Bürgermeister Hermann Nafziger erklärte zum Stellenabbau: „Der Gemeinderat hat in der Sitzung vom 29.04.2021 einstimmig beschlossen, dass die Stelle „Jugendreferent*in“ neu definiert werden soll. Wir möchten uns mit der notwendigen Ruhe darum kümmern, wie das Profil dieser Position bezüglich Qualifikation, Umfang und vor allen Dingen der Aufgabenstellung aussehen soll. Daher wird die befristete Stelle von der Jugendreferentin zum 31.10.2021 beendet.“

Jugendvision auf Eis

„Ein Netzwerk aufbauen, das geht nicht von heute auf morgen. Das ist langfristig anzulegen“, meinte Kerstin Barth. „Und mir fehlen ganz einfach zwölf Monate durch Corona. Wie soll man online tragfähige Beziehungen aufbauen?“ Sie hätte wahnsinnig gern weitergemacht und sehe viele Möglichkeiten in Planegg. Zumindest mit einer Jahresverlängerung habe sie gerechnet. „Das hätte ich mir gewünscht.“

Auch Claudia Haslbeck aus dem Waaghäusl war enttäuscht. „Ich hätte mir gut eine Verlängerung vorstellen können.“ Die Referentenstelle als Überbau über Gemeinde, Kirchen und Vereine sei etwas ganz Besonderes gewesen und hätte viel bewirken können. „Schade, dass dies nun erst einmal auf Eis liegt. Wir sind alle gespannt, wie es weitergeht.“

Deutlichere Kritik äußerte Klaus Waldbart, Sprecher der Vereine. „Es ist unheimlich schade und viel zu kurz gedacht, dass die Referentenstelle jetzt gestrichen wird“, sagte er. Die Jugendreferentin habe eine sehr gute Arbeit gemacht, „und das trotz Corona. Sie hat gute Gespräche geführt und vor allem auch unsere Vereine ins Boot geholt, um Jugend und Vereine zusammenzubringen. Mir tut es leid für die vielen Ideen, die nun nicht umgesetzt werden können und ich hoffe, dass die Jugend in Planegg nun nicht in der Luft hängen gelassen wird.“

Redaktion: Ulrike Seiffert / Unser Würmtal

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Jugendreferentin Kerstin Barth sieht viele Möglichkeiten in Planegg und hätte wahnsinnig gern weitergemacht.
Jugendreferentin Kerstin Barth sieht viele Möglichkeiten in Planegg und hätte wahnsinnig gern weitergemacht. (Foto: Gemeinde Planegg / Jürgen Sauer)

„Tolle Arbeit unter schwierigen Verhältnissen“ – nicht mehr gewünscht

Vor zwei Jahren richtete die Gemeinde Planegg als erste im Landkreis München die Rathaus-Stabsstelle „Jugendreferentin“ ein. Diese sollte den „Jugendaspekt würdigen und die Wertschätzung gegenüber Jugendlichen zum Ausdruck bringen. Die Sicht der Jugend auf die Gemeinde ist uns wichtig“, so der damalige Bürgermeister Heinrich Hofmann. Der neue Rat samt Bürgermeister Hermann Nafziger sieht dies anders und griff zum Rotstift.

In nichtöffentlicher Sitzung beriet der Planegger Gemeinderat über die Fortsetzung der Jugendreferenten-Stelle. Diese war Ende 2019 für vorläufig zwei Jahre geschaffen worden und war als „Scharnier zwischen Jugend, Politik und Gemeinde“ – so stellte der damalige Bürgermeister Heinrich Hofmann die Stelle vor – direkt dem Bürgermeister unterstellt.

Die damals 45-jährige Kerstin Barth brachte alle nötigen Erfahrungen mit und nahm sich ein funktionierendes Netzwerk und Koordination der verschiedenen Stellen vor. Ihr Angebot sollte sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 richten. Zur ersten Pressevorstellung erklärte sie: „Es geht in Gesprächen oft um einen eigenen Platz, um Selbstverwaltung und Verantwortung. Im Prinzip sind wir da bei einem allgemeinen gesellschaftlichen Thema, nämlich: wie wird der öffentliche Raum eigentlich genutzt?“

Corona machte viele Ideen zunichte

Kaum angefangen, kam ihr Corona in die Quere. An ein persönliches Miteinander, Gespräche im kleinen und großen Rahmen oder gar Veranstaltungen von Politik-Speed-Dating bis Jugendkonferenz war nicht mehr zu denken. Das räumte Barth im Februar auch vor dem Gemeinderat ein. „Der Kontakt ist derzeit schlecht, im Sommer ging es leidlich, dann brach der Kontakt wieder ab“, erklärte sie im Februar. „Die Jugendlichen fühlen sich beobachtet und sind skeptisch. Corona macht eben was mit den Leuten.“

Ihr Angebot, neben der Unterstützung im Homeschooling und Co., ließ sich trotzdem sehen: Foto-Challenge „Gute Plätze – schlechte Plätze“, „Last-Minute-Azubibörse“ mit Wirtschaftsförderin Bärbel Zeller, Sommerprogramm mit den Vereinen im Ort oder einer Moonlight-Sportaktion. Die Gemeinderäte fanden lobende Worte. „Die Arbeit von unserer Jugendreferentin verdient wirklich großes Lob“ (Cornelia David/Freie) oder „Eine ganz tolle Arbeit unter schwierigen Verhältnissen“ (Roman Brugger/SPD).

Stellenbeschreibung soll neu definiert werden

Die nichtöffentliche Abstimmung übers Fortbestehen der Stelle sah dann allerdings anders aus, die Räte verlängerten die Stelle nicht. „Das Profil hat einfach nicht gepasst, das hat nichts mit der Person zu tun“, erklärte Pressesprecherin Kiki Xander. „Der Bedarf ist sicherlich da, aber wir müssen die Stellenbeschreibung schärfen. Mehr Planen, mehr Umsetzen, mehr Kontakte knüpfen – das könnten die Richtwerte sein.“

Und Bürgermeister Hermann Nafziger erklärte zum Stellenabbau: „Der Gemeinderat hat in der Sitzung vom 29.04.2021 einstimmig beschlossen, dass die Stelle „Jugendreferent*in“ neu definiert werden soll. Wir möchten uns mit der notwendigen Ruhe darum kümmern, wie das Profil dieser Position bezüglich Qualifikation, Umfang und vor allen Dingen der Aufgabenstellung aussehen soll. Daher wird die befristete Stelle von der Jugendreferentin zum 31.10.2021 beendet.“

Jugendvision auf Eis

„Ein Netzwerk aufbauen, das geht nicht von heute auf morgen. Das ist langfristig anzulegen“, meinte Kerstin Barth. „Und mir fehlen ganz einfach zwölf Monate durch Corona. Wie soll man online tragfähige Beziehungen aufbauen?“ Sie hätte wahnsinnig gern weitergemacht und sehe viele Möglichkeiten in Planegg. Zumindest mit einer Jahresverlängerung habe sie gerechnet. „Das hätte ich mir gewünscht.“

Auch Claudia Haslbeck aus dem Waaghäusl war enttäuscht. „Ich hätte mir gut eine Verlängerung vorstellen können.“ Die Referentenstelle als Überbau über Gemeinde, Kirchen und Vereine sei etwas ganz Besonderes gewesen und hätte viel bewirken können. „Schade, dass dies nun erst einmal auf Eis liegt. Wir sind alle gespannt, wie es weitergeht.“

Deutlichere Kritik äußerte Klaus Waldbart, Sprecher der Vereine. „Es ist unheimlich schade und viel zu kurz gedacht, dass die Referentenstelle jetzt gestrichen wird“, sagte er. Die Jugendreferentin habe eine sehr gute Arbeit gemacht, „und das trotz Corona. Sie hat gute Gespräche geführt und vor allem auch unsere Vereine ins Boot geholt, um Jugend und Vereine zusammenzubringen. Mir tut es leid für die vielen Ideen, die nun nicht umgesetzt werden können und ich hoffe, dass die Jugend in Planegg nun nicht in der Luft hängen gelassen wird.“

Redaktion: Ulrike Seiffert / Unser Würmtal

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