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Würmtal | | von Dr. Thies Clausen
Heute sind die Verschwörungstheoretiker sichtbarer: Sie gehen auf die Straße und schaffen es bis in die Nachrichten.
Heute sind die Verschwörungstheoretiker sichtbarer: Sie gehen auf die Straße und schaffen es bis in die Nachrichten. (Foto: Rahul Sengupt / stock.adobe.com)

Verschwörungstheorien – gefährliche Verirrungen

Verschwörungstheorien haben in Zeiten der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Querdenker, Corona-Leugner, Impfgegner und Verschwörungstheoretiker misstrauen Medizinern, Virologen, Politikern, Pharmakonzernen, dem Robert-Koch-Institut oder der Weltgesundheitsorganisation WHO: Das Virus wurde wahlweise künstlich hergestellt oder mit Absicht verbreitet; die Regierungen haben sich gegen ihre Völker verschworen, um sie mit den Einschränkungen besser kontrollieren zu können. Zur Auswahl als Bösewicht steht auch Bill Gates, der das Virus in Umlauf gebracht haben soll, um alle Menschen mithilfe einer Impfung zu chippen und die Weltherrschaft zu erlangen.

Früher glaubten die Menschen an Verschwörungen von Hexen, Außerirdischen oder Freimaurern, manche zweifelten die Mondlandung an und viele glauben noch heute, dass Elvis lebt – irgendwo, entführt von Aliens. Heute sind die Verschwörungstheoretiker sichtbarer: Sie tummeln sich zu Tausenden in sozialen Netzwerken und teilen abstruse Posts, Videos und Bilder. Sie gehen auf die Straße, tragen Aluhüte, schaffen es bis in die Nachrichten.

Was kennzeichnet eine Verschwörungstheorie? Dazu Michael Butter, Professor an der Universität Tübingen, der sich seit über zwei Jahrzehnten mit Verschwörungstheorien beschäftigt: „Verschwörungstheorien behaupten, dass eine im Geheimen operierende Gruppe, nämlich die Verschwörer, aus niedrigen Beweggründen versucht, eine Institution, ein Land oder die ganze Welt zu kontrollieren oder zu zerstören.“

„Mächtige Gruppen handeln in bösen Absichten“

Die Ausgangsthese jeder Verschwörungstheorie ist eine als dubios eingeschätzte Person oder eine Geheimgesellschaft, der man böse Machenschaften und schreckliche Vorhaben unterstellt. Bei den Verschwörern kann es sich um beliebige Personen, wie zum Beispiel Bill Gates oder Angela Merkel handeln. Im Regelfall ist es aber eine mächtige Gruppe, die verdeckt in bösen Absichten handelt, ob Geheimdienste, eine ethnische Volksgruppe, Politiker, Banker, Manager, die Pharmaindustrie oder sogar Außerirdische.

Alles, was diese Ausgangsthese stützt, tragen die Autoren der Verschwörungserzählung zusammen. Was ihrer These widerspricht, lassen sie schlicht unter den Tisch fallen. Wirkungsvoll ist es, die Wissenschaft oder die Presse („Lügenpresse“) in Frage zu stellen und zu attackieren. Große Wirkung erzielen Verschwörungstheoretiker auch damit, ihre Gegner zu dämonisieren. Am Anfang steht ein Verdacht, und die wichtige Frage: Wem nützt es? Es werden Verbindungen hergestellt, ein Verdacht formuliert. Die Gruppe, die verdächtigt wird, wird nur vage beschrieben – die „Mächtigen“, die „Politiker“, der „Feind“. Es bleibt Spielraum für Fantasie.

Motive für Verschwörungstheorien

Lassen sich die Motive für Verschwörungstheorien psychologisch erklären? Ein Motiv ist nach Meinung der Psychologin Pia Lamberty das Streben nach Kontrolle und Sicherheit. Wenn Menschen aufgrund privater Problemlagen oder gesellschaftlicher Krisen das Gefühl haben, keine Kontrolle zu haben und sich ohnmächtig fühlen, versuchen sie Strategien zu finden, um damit umzugehen – und Verschwörungserzählungen können so eine Strategie sein. Der Zufall spielt dann weniger eine Rolle, es gibt Muster und die Welt wird begreifbarer. Wenn Menschen in Unsicherheit leben, sind sie empfänglicher für Verschwörungstheorien und meinen eher, dass Strippenzieher im Geheimen das Weltgeschehen lenken. Der Glaube an eine Verschwörung kann also für diese Menschen sinnstiftend sein und deren Welt ordnen.

Ein anderes Motiv, warum Menschen an Verschwörungstheorien glauben, kann das Streben nach einer positiven Selbstwahrnehmung sein. Die „Wahrheit“ zu sehen, kann nicht nur Kontrolle erzeugen, sondern auch das Gefühl verstärken, „Unwissenden“ etwas voraus zu haben, besonders zu sein. Damit wird der eigene Selbstwert erhöht.

„Erwachte“ und „Schlafschafe“

Ein französisches Forscherteam (Anthony Lantian u.a.) hat nachgewiesen, dass der Glaube an Verschwörungstheorien auch mit dem menschlichen Bedürfnis nach Individualismus zusammenhängt. Wer an Verschwörungstheorien glaubt, grenzt sich automatisch von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ab. Der Verschwörungsgläubige ist derjenige, der „erwacht“ ist und sich nun dazu berufen fühlt, die Masse an noch unwissenden „Schlafschafen“ aufzuwecken und von der Wahrheit zu überzeugen. Indem man Verschwörungstheorien glaubt, hat man das Gefühl, anderen gegenüber durch scheinbar exklusives Wissen einen Vorsprung zu haben und zu verstehen, wie die Welt „tatsächlich“ funktioniert.

Das wohl größte Problem bei Verschwörungstheorien ist das festgefahrene Weltbild, das nur schwer zu durchbrechen ist. Wer sich einmal in der Welt der Verschwörungstheorien verloren hat, ist häufig kaum noch mit rationalen Argumenten zu überzeugen. Wer durch Fakten gegen diese Weltsicht argumentiert oder aufklären will, wird ignoriert oder selbst zum Teil der Verschwörung erklärt Da Personen mit einer Verschwörungsmentalität allen Machtstrukturen grundsätzlich misstrauisch gegenüberstehen, werden auch Expertenmeinungen als „Propaganda der Eliten“ wahrgenommen. Für sie ist alles Offizielle, was aus der Wissenschaft, den Medien oder den Behörden kommt, automatisch gelogen. Alles, was von offiziellen Institutionen kommt, muss also folglich falsch sein.

Gefahr von Verschwörungstheorien

„Verschwörungstheorien können zu Radikalisierung führen und damit auch zu Leuten, die die Waffe in die Hand nehmen, wie in Christchurch oder Halle“, betont Prof. Michael Butter. Verschwörungstheorien können insbesondere auch dann gefährlich sein, wenn sie bestimmte Menschengruppen, etwa Juden oder Migranten stigmatisieren. Das traurigste Kapitel ist die millionenfache Ermordung von Juden durch das NS-Regime. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zwar der Antisemitismus in nahezu allen westlichen Gesellschaften mehrheitlich geächtet. Jedoch hat der Antisemitismus – vor allem im Netz in Verbindung zu Verschwörungstheorien – in den vergangenen Jahren wieder stark zugenommen.

Auch die Verschwörungstheorien der sogenannten „Reichsbürger“, die aus unterschiedlichsten Motiven die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnen, hat nicht nur zu verbalen oder körperlichen Bedrohungen geführt, sondern bereits zu Todesfällen. „Reichsbürger“ begreifen sich als die „wahren Bürger“ des deutschen Staats, während die demokratisch gewählten Repräsentanten wie auch das Rechtssystem als illegitim angesehen werden. Probleme bereiten sie, indem sie die Zahlung von Steuern oder Bußgeldern verweigern, sich illegal Waffen beschaffen, eigene Dokumente wie einen „Reichspersonalausweis“ erstellen oder sich gegen Vertreter von Staat und Justiz auflehnen.

Bei den Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen stehen auf den Plakaten Sätze wie „Gib Gates keine Chance“, „Corona, die Jahrhundertlüge“, „Viren bringen keine Krankheit“ oder „Gegen die Corona-Diktatur“. Es ist offensichtlich: Verschwörungstheorien sind auf der Straße angekommen.

Steinmeier: Kampf gegen Desinformation und Verschwörungstheorien

Angesichts zunehmender Verschwörungstheorien hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Vernunft in der politischen Debatte aufgerufen:

„Wer ernsthaft glaubt, dass dunkle Mächte hinter politischen Entscheidungen stehen, der kann nicht daran glauben, dass er Einfluss auf die politische Willensbildung nehmen kann, der kann kein Vertrauen in die Demokratie und demokratische Institutionen haben. Und der ist, auch das zeigt die Forschung, oft nur schwer mit rationalen Argumenten zu erreichen. Dennoch – und das ist Demokratie – müssen wir auf die Kraft der Aufklärung, auf die Kraft der Vernunft setzen.

Der Kampf gegen Desinformation und Verschwörungstheorien ist eine der großen Herausforderungen für die liberalen Demokratien. Es ist ein Kampf, der uns alle angeht, der in Familien, Schulen, Büros und Betrieben ebenso ausgetragen werden muss wie in Zeitungsredaktionen, sozialen Netzwerken und Parlamenten.“


Autor: Dr. Thies Claussen


Der Kraillinger Dr. Thies Claussen war Ministerialdirigent im Bayerischen Wirtschaftsministerium und zuletzt Vizechef der LfA Förderbank Bayern. Er veröffentlichte zuletzt die Bücher „Ludwig Erhard. Wegbereiter unseres Wohlstands – gestern und heute“ (München 2019) und „Unsere Zukunft nach Corona“ (Hamburg 2020) – mehr dazu in diesem Artikel auf Unser Würmtal

  

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Würmtal | | von Dr. Thies Clausen
Heute sind die Verschwörungstheoretiker sichtbarer: Sie gehen auf die Straße und schaffen es bis in die Nachrichten.
Heute sind die Verschwörungstheoretiker sichtbarer: Sie gehen auf die Straße und schaffen es bis in die Nachrichten. (Foto: Rahul Sengupt / stock.adobe.com)

Verschwörungstheorien – gefährliche Verirrungen

Verschwörungstheorien haben in Zeiten der Corona-Pandemie Hochkonjunktur. Querdenker, Corona-Leugner, Impfgegner und Verschwörungstheoretiker misstrauen Medizinern, Virologen, Politikern, Pharmakonzernen, dem Robert-Koch-Institut oder der Weltgesundheitsorganisation WHO: Das Virus wurde wahlweise künstlich hergestellt oder mit Absicht verbreitet; die Regierungen haben sich gegen ihre Völker verschworen, um sie mit den Einschränkungen besser kontrollieren zu können. Zur Auswahl als Bösewicht steht auch Bill Gates, der das Virus in Umlauf gebracht haben soll, um alle Menschen mithilfe einer Impfung zu chippen und die Weltherrschaft zu erlangen.

Früher glaubten die Menschen an Verschwörungen von Hexen, Außerirdischen oder Freimaurern, manche zweifelten die Mondlandung an und viele glauben noch heute, dass Elvis lebt – irgendwo, entführt von Aliens. Heute sind die Verschwörungstheoretiker sichtbarer: Sie tummeln sich zu Tausenden in sozialen Netzwerken und teilen abstruse Posts, Videos und Bilder. Sie gehen auf die Straße, tragen Aluhüte, schaffen es bis in die Nachrichten.

Was kennzeichnet eine Verschwörungstheorie? Dazu Michael Butter, Professor an der Universität Tübingen, der sich seit über zwei Jahrzehnten mit Verschwörungstheorien beschäftigt: „Verschwörungstheorien behaupten, dass eine im Geheimen operierende Gruppe, nämlich die Verschwörer, aus niedrigen Beweggründen versucht, eine Institution, ein Land oder die ganze Welt zu kontrollieren oder zu zerstören.“

„Mächtige Gruppen handeln in bösen Absichten“

Die Ausgangsthese jeder Verschwörungstheorie ist eine als dubios eingeschätzte Person oder eine Geheimgesellschaft, der man böse Machenschaften und schreckliche Vorhaben unterstellt. Bei den Verschwörern kann es sich um beliebige Personen, wie zum Beispiel Bill Gates oder Angela Merkel handeln. Im Regelfall ist es aber eine mächtige Gruppe, die verdeckt in bösen Absichten handelt, ob Geheimdienste, eine ethnische Volksgruppe, Politiker, Banker, Manager, die Pharmaindustrie oder sogar Außerirdische.

Alles, was diese Ausgangsthese stützt, tragen die Autoren der Verschwörungserzählung zusammen. Was ihrer These widerspricht, lassen sie schlicht unter den Tisch fallen. Wirkungsvoll ist es, die Wissenschaft oder die Presse („Lügenpresse“) in Frage zu stellen und zu attackieren. Große Wirkung erzielen Verschwörungstheoretiker auch damit, ihre Gegner zu dämonisieren. Am Anfang steht ein Verdacht, und die wichtige Frage: Wem nützt es? Es werden Verbindungen hergestellt, ein Verdacht formuliert. Die Gruppe, die verdächtigt wird, wird nur vage beschrieben – die „Mächtigen“, die „Politiker“, der „Feind“. Es bleibt Spielraum für Fantasie.

Motive für Verschwörungstheorien

Lassen sich die Motive für Verschwörungstheorien psychologisch erklären? Ein Motiv ist nach Meinung der Psychologin Pia Lamberty das Streben nach Kontrolle und Sicherheit. Wenn Menschen aufgrund privater Problemlagen oder gesellschaftlicher Krisen das Gefühl haben, keine Kontrolle zu haben und sich ohnmächtig fühlen, versuchen sie Strategien zu finden, um damit umzugehen – und Verschwörungserzählungen können so eine Strategie sein. Der Zufall spielt dann weniger eine Rolle, es gibt Muster und die Welt wird begreifbarer. Wenn Menschen in Unsicherheit leben, sind sie empfänglicher für Verschwörungstheorien und meinen eher, dass Strippenzieher im Geheimen das Weltgeschehen lenken. Der Glaube an eine Verschwörung kann also für diese Menschen sinnstiftend sein und deren Welt ordnen.

Ein anderes Motiv, warum Menschen an Verschwörungstheorien glauben, kann das Streben nach einer positiven Selbstwahrnehmung sein. Die „Wahrheit“ zu sehen, kann nicht nur Kontrolle erzeugen, sondern auch das Gefühl verstärken, „Unwissenden“ etwas voraus zu haben, besonders zu sein. Damit wird der eigene Selbstwert erhöht.

„Erwachte“ und „Schlafschafe“

Ein französisches Forscherteam (Anthony Lantian u.a.) hat nachgewiesen, dass der Glaube an Verschwörungstheorien auch mit dem menschlichen Bedürfnis nach Individualismus zusammenhängt. Wer an Verschwörungstheorien glaubt, grenzt sich automatisch von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ab. Der Verschwörungsgläubige ist derjenige, der „erwacht“ ist und sich nun dazu berufen fühlt, die Masse an noch unwissenden „Schlafschafen“ aufzuwecken und von der Wahrheit zu überzeugen. Indem man Verschwörungstheorien glaubt, hat man das Gefühl, anderen gegenüber durch scheinbar exklusives Wissen einen Vorsprung zu haben und zu verstehen, wie die Welt „tatsächlich“ funktioniert.

Das wohl größte Problem bei Verschwörungstheorien ist das festgefahrene Weltbild, das nur schwer zu durchbrechen ist. Wer sich einmal in der Welt der Verschwörungstheorien verloren hat, ist häufig kaum noch mit rationalen Argumenten zu überzeugen. Wer durch Fakten gegen diese Weltsicht argumentiert oder aufklären will, wird ignoriert oder selbst zum Teil der Verschwörung erklärt Da Personen mit einer Verschwörungsmentalität allen Machtstrukturen grundsätzlich misstrauisch gegenüberstehen, werden auch Expertenmeinungen als „Propaganda der Eliten“ wahrgenommen. Für sie ist alles Offizielle, was aus der Wissenschaft, den Medien oder den Behörden kommt, automatisch gelogen. Alles, was von offiziellen Institutionen kommt, muss also folglich falsch sein.

Gefahr von Verschwörungstheorien

„Verschwörungstheorien können zu Radikalisierung führen und damit auch zu Leuten, die die Waffe in die Hand nehmen, wie in Christchurch oder Halle“, betont Prof. Michael Butter. Verschwörungstheorien können insbesondere auch dann gefährlich sein, wenn sie bestimmte Menschengruppen, etwa Juden oder Migranten stigmatisieren. Das traurigste Kapitel ist die millionenfache Ermordung von Juden durch das NS-Regime. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zwar der Antisemitismus in nahezu allen westlichen Gesellschaften mehrheitlich geächtet. Jedoch hat der Antisemitismus – vor allem im Netz in Verbindung zu Verschwörungstheorien – in den vergangenen Jahren wieder stark zugenommen.

Auch die Verschwörungstheorien der sogenannten „Reichsbürger“, die aus unterschiedlichsten Motiven die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnen, hat nicht nur zu verbalen oder körperlichen Bedrohungen geführt, sondern bereits zu Todesfällen. „Reichsbürger“ begreifen sich als die „wahren Bürger“ des deutschen Staats, während die demokratisch gewählten Repräsentanten wie auch das Rechtssystem als illegitim angesehen werden. Probleme bereiten sie, indem sie die Zahlung von Steuern oder Bußgeldern verweigern, sich illegal Waffen beschaffen, eigene Dokumente wie einen „Reichspersonalausweis“ erstellen oder sich gegen Vertreter von Staat und Justiz auflehnen.

Bei den Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen stehen auf den Plakaten Sätze wie „Gib Gates keine Chance“, „Corona, die Jahrhundertlüge“, „Viren bringen keine Krankheit“ oder „Gegen die Corona-Diktatur“. Es ist offensichtlich: Verschwörungstheorien sind auf der Straße angekommen.

Steinmeier: Kampf gegen Desinformation und Verschwörungstheorien

Angesichts zunehmender Verschwörungstheorien hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Vernunft in der politischen Debatte aufgerufen:

„Wer ernsthaft glaubt, dass dunkle Mächte hinter politischen Entscheidungen stehen, der kann nicht daran glauben, dass er Einfluss auf die politische Willensbildung nehmen kann, der kann kein Vertrauen in die Demokratie und demokratische Institutionen haben. Und der ist, auch das zeigt die Forschung, oft nur schwer mit rationalen Argumenten zu erreichen. Dennoch – und das ist Demokratie – müssen wir auf die Kraft der Aufklärung, auf die Kraft der Vernunft setzen.

Der Kampf gegen Desinformation und Verschwörungstheorien ist eine der großen Herausforderungen für die liberalen Demokratien. Es ist ein Kampf, der uns alle angeht, der in Familien, Schulen, Büros und Betrieben ebenso ausgetragen werden muss wie in Zeitungsredaktionen, sozialen Netzwerken und Parlamenten.“


Autor: Dr. Thies Claussen


Der Kraillinger Dr. Thies Claussen war Ministerialdirigent im Bayerischen Wirtschaftsministerium und zuletzt Vizechef der LfA Förderbank Bayern. Er veröffentlichte zuletzt die Bücher „Ludwig Erhard. Wegbereiter unseres Wohlstands – gestern und heute“ (München 2019) und „Unsere Zukunft nach Corona“ (Hamburg 2020) – mehr dazu in diesem Artikel auf Unser Würmtal

  

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